Huisberden: Einsatzübung der besonderen Art

Wappen der Gemeinde Bedburg-Hau
Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau

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Freiwillige Feuerwehr Bedburg-Hau

Huisberden: Einsatzübung der besonderen Art am 12.10.2019

Einheiten Till-Moyland und Huisberden/Emmericher-Eyland/Bylerward trainieren Einsatz in Behinderteneinrichtung. Die Lebenshilfe unterhält im Bedburg-Hauer Ortsteil Huisberden eine Wohneinrichtung für geistig und/oder körperlich behinderte Menschen, in der momentan 24 Menschen leben, und welche dort im täglichen Leben die erforderliche Unterstützung erhalten.

Am 08.10.2019 gegen 19:25 Uhr erhielt die Feuerwehr Bedburg-Hau durch die ausgelöste Brandmeldeanlage Kenntnis von einem Feuer in der Wohneinrichtung. Umgehend wurden die Einheiten Huisberden/Emmericher-Eyland /Bylerward und Till-Moyland in Marsch gesetzt. Beim Eintreffen des ersten Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs konnte im Rahmen der Erkundung festgestellt werden, dass sich eine größere Anzahl Bewohner bereits ins Freie gerettet und am Sammelpunkt eingefunden hatte. Aufgrund der unübersichtlichen Lage konnte auch das Pflegepersonal kurzfristig nicht klären, ob sich noch Bewohner im Gebäude befinden.

Nachdem man sich Zutritt zum Gebäude verschafft und in der Brandmeldezentrale die auslösenden Meldegruppen ermittelt hatte, konnte der unter Pressluftatmer vorgehende Angriffstrupp schnell den Waschraum im Erdgeschoss als Brandort ausfindig machen. Aus diesem Raum wurde eine Person gerettet, unmittelbar ins Freie gebracht und an den bereitstehenden Rettungsdienst übergeben. Von dieser Person war in Erfahrung zu bringen, dass sich weitere Personen im Gebäude befinden.

Ein weiterer vorgehender Trupp konnte zeitgleich feststellen, dass sich das Feuer durch den offenen Wäscheschacht ins Obergeschoss ausgebreitet hatte. Hier konnte eine starke Rauchentwicklung festgestellt werden. Bei der Absuche der Räume wurden nach und nach fünf weitere Bewohner teils bewusstlos aufgefunden, die von insgesamt vier Atemschutztrupps über eine enge Wendeltreppe gerettet, ins Freie gebracht und an den Rettungsdienst übergeben wurde.

Noch in Unkenntnis der tatsächlichen Lage hatte der Gruppenführer des ersteintreffenden Fahrzeugs vorsorglich die MANV-Stufe 1 (5 bis 10 Verletzte) auslösen lassen. Nach Beendigung der Menschenrettung konnte das weiter um sich greifende Feuer schnell gelöscht und der dicke, schwere schwarze Rauch mittels Hochleistungslüfter aus dem Gebäude geblasen werden.

Nach der Abschlussmeldung “Feuer aus” und “zum Abmarsch fertig” wurde in der Schlussbesprechung übereinstimmend festgestellt, dass eine Einsatzlage in einer Behinderteneinrichtung eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte darstellt und das es unabdingbar erscheint, diese Einrichtung auch in Zukunft mindestens einmal jährlich zu beüben. Einig war man sich darüber hinaus, dass die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten gut funktioniert hat. Die Menschenrettung konnte zügig eingeleitet und, der besonderen Einsatzlage entsprechend, mit erheblichem Personalaufwand in angemessener Zeit abgeschlossen werden. Die für die Brandbekämpfung erforderliche Wasserversorgung wurde in gemeinsamer Arbeit beider Einheiten von einem etwa 250 m entfernten Unterflurhydranten aufgebaut und das Wasser über die Pumpe des HLF an die Brandstelle weitergeleitet. Bis zu deren Fertigstellung wurde das für die Menschenrettung und zur Brandbekämpfung erforderliche Löschwasser über den Loöschwassertank des HLF bereit gestellt.

Insbesondere die Kommunikation der einzelnen Trupps untereinander und mit dem Gruppenführer sowie der Atemschutzüberwachung hat gut funktioniert, so dass man sich einig war, dass zwar kleinere Unzulänglichkeiten festzustellen waren, insgesamt aber eine gute, zielorientierte und erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten Kräfte zu attestieren war.

Auch die Leiterin der Einrichtung, Frau Lukat, zeigte sich beeindruckt von der Vorgehensweise der Feuerwehr. Sie verwies ebenfalls auf die besondere Sensibilität einer Behinderteneinrichtung und die besonderen Anforderungen an den Umgang mit behinderten Menschen. Im Anschluss lud sie alle Einsatzkräfte zu einem Abschlussgetränk und einem Snack ein. Die Einheiten Till-Moyland und Huisberden /Emmericher-Eyland /Bylerward bedanken sich herzlich für die Gastfreundschaft der Lebenshilfe.

Man verabredete bereits jetzt eine weitere, auf den jetzigen Erkenntnissen aufbauende Einsatzübung für das nächste Frühjahr.

Text/Foto: Einheit Till-Moyland, Hans-Peter Linzen, Friedhelm Döll

Erstellt am 12.10.2019 um 17:35, aktualisiert am 12.10.2019 um 17:37